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Vortrag – „Zeitfenster – das historische Archiv der Stadtgemeinde Groß-Enzersdorf“


Historische Dokumente sind weit mehr als alte Pergamente und vergilbte Akten – sie sind lebendige Zeugnisse der Vergangenheit. Sie erzählen von politischen Entscheidungen, wirtschaftlichen Entwicklungen, vom Alltag der Menschen und von prägenden Ereignissen, die das Gesicht einer Stadt nachhaltig verändert haben. Auch in Groß-Enzersdorf haben sich über Jahrhunderte hinweg zahlreiche schriftliche und bildliche Quellen erhalten, die einen faszinierenden Einblick in die Geschichte der Stadt ermöglichen.
Welche Schätze sind heute noch vorhanden? Die Bandbreite reicht von mittelalterlichen Urkunden über historische Grundbücher und Verwaltungsakten bis hin zu Fotografien, Plänen und persönlichen Nachlässen. Besonders bemerkenswert sind Dokumente aus der frühen Phase der Stadtgeschichte: Bereits 1021 wird das Gebiet im sogenannten Schenkungsgebiet urkundlich erwähnt – ein bedeutender Hinweis auf die lange und bewegte Vergangenheit der Region. Aus diesen Quellen lässt sich nicht nur die rechtliche und territoriale Entwicklung nachvollziehen, sondern auch das soziale und wirtschaftliche Leben früherer Generationen.
Die Dokumente geben Aufschluss über Besitzverhältnisse, Handwerksbetriebe, landwirtschaftliche Strukturen und die Organisation der Stadtverwaltung. Sie dokumentieren Krisenzeiten ebenso wie Phasen des Aufschwungs. Alte Fotografien wiederum lassen Straßenzüge, Gebäude und Plätze in ihrem historischen Erscheinungsbild lebendig werden und zeigen eindrucksvoll, wie sehr sich das Stadtbild im Laufe der Jahrzehnte verändert hat – und was bis heute geblieben ist.
Mit dem neu eingerichteten Dokumentenarchiv der Stadtgemeinde wurde ein zentraler Ort geschaffen, an dem diese wertvollen Bestände fachgerecht gesammelt, geordnet und dauerhaft gesichert werden. Die umfangreiche Sammlung umfasst Urkunden, Fotos und unterschiedlichste Unterlagen von der Gründung bis in die Gegenwart. Auch die Katastralgemeinden sind mit zahlreichen Materialien vertreten, wodurch die Entwicklung des gesamten Gemeindegebiets umfassend nachvollzogen werden kann.
Das Archiv versteht sich nicht nur als Aufbewahrungsort, sondern als lebendiger Wissensspeicher. Die Bestände bieten eine wahre Fundgrube an Informationen. So wird Geschichte greifbar: nicht als abstrakte Jahreszahl, sondern als vielschichtiges Geflecht aus Dokumenten, Geschichten und Lebensspuren, die bis heute nachwirken.
Eintritt Mitglieder: Freie Spende
Unkostenbeitrag für Nicht-Mitglieder: EUR 9,-
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr